Montag, September 14, 2026
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Baustelle Herzogbrücke: Notwendige Einschränkungen – vermeidbare Ärgernisse

KLEVE. (Fotos & Text: STADT-IO) | Baustellen im öffentlichen Raum sind selten angenehm. Gerade in einer Innenstadt greifen sie unmittelbar in gewohnte Abläufe ein: Wege werden schmaler, bekannte Verbindungen sind zeitweise versperrt, Fußgänger müssen Umwege nehmen und auch die Erreichbarkeit der umliegenden Geschäfte kann leiden.

Dass gebaut werden muss, steht dabei außer Frage. Baustellen sind notwendig und führen im besten Fall anschließend zu einer spürbaren Verbesserung. Umso wichtiger sollte allerdings sein, den Weg dorthin möglichst barrierefrei, sicher und für alle Beteiligten tragfähig zu gestalten.

Besonders ärgerlich wird es deshalb, wenn eine Baustelle nicht allein aufgrund der unvermeidbaren Einschränkungen zur Belastung wird, sondern zusätzlich einen ungepflegten Eindruck vermittelt oder sogar vermeidbare Gefahrenstellen entstehen.

Ein Beispiel dafür findet sich derzeit in der Klever Innenstadt im Bereich der Herzogbrücke am Übergang zur Großen Straße.

Schon bei einem kurzen Gang entlang der Baustellenabsperrung fallen gleich mehrere Punkte ins Auge: schlecht oder nur unzureichend befestigte Banner, teilweise weit herausragende Kabelbinder, deren überstehende Enden problemlos hätten abgeschnitten werden können, sowie Informationsflächen, die verdeckt oder kaum noch vernünftig einsehbar sind.

Gerade Letzteres ist doppelt schade. Denn solche Informationselemente sollen eigentlich dazu beitragen, Verständnis und Akzeptanz für die Baustelle zu schaffen, über die Maßnahme zu informieren und zugleich auf die Einzelhändler und Betriebe aufmerksam zu machen, die während der Bauphase mit zusätzlichen Nachteilen umgehen müssen. Wenn diese Hinweise selbst hinter Absperrungen verschwinden oder kaum wahrnehmbar sind, wird ihr eigentlicher Zweck verfehlt.

Noch problematischer wird es dort, wo es nicht mehr nur um die Optik geht. Teilweise stehen Bauzaunelemente beziehungsweise die daran befestigten Banner sichtbar schief, weil Verbindungen offenbar nicht mehr richtig halten. Hinzu kommen beschädigte oder angebrochene, teils scharfkantige Schellen und Befestigungsteile. Was zunächst wie ein kleines Detail aussieht, kann bei einer unglücklichen Berührung durchaus zu einer Verletzungsgefahr werden.

Das Auffällige daran: Für viele dieser Punkte wären keine großen baulichen Veränderungen und keine aufwendigen Maßnahmen notwendig. Lose Banner ordentlich befestigen, überstehende Kabelbinder abschneiden, beschädigte Schellen austauschen, Bauzaunelemente sauber ausrichten und Informationsflächen freihalten – vieles davon dürfte mit überschaubarem Aufwand zu beheben sein.

Eine Baustelle muss nicht schön sein. Sie sollte aber den Eindruck vermitteln, geordnet, gepflegt und sicher geführt zu werden. Gerade an einer stark frequentierten Stelle in der Innenstadt ist das nicht nur eine Frage der Optik. Es geht auch um Barrierefreiheit, Sicherheit, Aufenthaltsqualität und letztlich um die Akzeptanz einer Maßnahme, die ohnehin bereits Einschränkungen mit sich bringt.

Dass gebaut wird, lässt sich nicht vermeiden. Dass eine Baustelle unnötig hässlich oder durch vermeidbare Kleinigkeiten sogar latent gefährlich wirkt, dagegen schon.

Und was sagt uns dies evtl. in Bezug auf die anstehenden Landesgartenschau in Kleve in 2029?

Man kann diese vergleichsweise kleine Baustelle zugleich als eine Art Probelauf für die anstehende große Innenstadtumgestaltung bis zur Landesgartenschau 2029 verstehen. Denn in den kommenden Jahren werden Baustellen, Umleitungen und Einschränkungen das Bild der Klever Innenstadt immer wieder prägen.

Gerade deshalb stellt sich schon jetzt die Frage: Wenn es bei einer noch überschaubaren Baustelle an einer zentralen Stelle teilweise derart unordentlich und unnötig unschön aussieht – wie wird dann das Baustellenmarketing bei den deutlich größeren Maßnahmen bis 2029 funktionieren?

Baustellenmarketing bedeutet schließlich mehr, als einige Banner aufzuhängen. Es geht darum, Wege verständlich und möglichst barrierefrei zu führen, Informationen sichtbar zu halten, Gefahrenstellen zu vermeiden, betroffene Händler einzubeziehen und trotz aller Einschränkungen ein möglichst ordentliches und einladendes Stadtbild zu bewahren.

Die Herzogbrücke könnte damit durchaus ein kleiner Vorgeschmack darauf sein, wie wichtig ein durchdachtes, konsequent gepflegtes Baustellenmanagement in den kommenden Jahren sein wird. Denn bis 2029 dürfte in Kleve noch deutlich mehr gebaut werden – und damit wird auch die Frage wichtiger, wie gut die Stadt es schafft, ihre Innenstadt trotz Baustellen erreichbar, attraktiv und lebenswert zu halten.

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