Mittwoch, Dezember 10, 2025
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„& more“-Imperium wächst – Von Kleve bis fast zur Grenze – aber keinen Schritt weiter.

Ingo Marks und das Klever „& More“-Universum: Wie ein Mann mit Tabak, Tütchen und Taktik ein Filial-Imperium formt

Wenn irgendwo in der Nähe von Kleve eine leere Ladenfläche auftaucht, reicht inzwischen ein Blick ins Telefonbuch – oder besser gesagt: man schaut, ob der Name Ingo Marks schon draufsteht. Der Mann, der mit dem Duft von frisch gedrehtem Tabak, Postfilialen und einem guten Gespür für Grenzhandel inzwischen ein regelrechtes Einzelhandels-Imperium aufgebaut hat, eröffnet nun bereits seinen wohl 25. Laden – diesmal im beschaulichen Kleve-Rindern.

Ob „Tobacco & More“, „Post & More“ oder einfach „& More“ – Ingo Marks scheint ein Faible für mehr zu haben. Mehr Läden, mehr Quadratmeter, mehr Produkte – und mehr niederländische Kundschaft, die seine Standorte regelmäßig mit einem Kofferraum voller steuervergünstigter Rauchwaren verlässt. Wer hier nur eine Schachtel kauft, hat wahrscheinlich den Laden mit dem Bäcker verwechselt.

Der neue Standort in Rindern dürfte das geografische Maximum seiner Strategie markieren – näher kann man dem niederländischen Konsumenten kaum kommen, ohne gleichzeitig den deutschen Steuervorteil zu verlieren. Ein Umzug hinter die Grenze ist also ausgeschlossen – das Geschäftsprinzip beruht schließlich auf der Differenz: In Deutschland günstiger einkaufen, in den Niederlanden nicht kriegen – ein System, so simpel wie gewinnbringend.

Aber Marks wäre nicht Marks, wenn es nur um Tabak gehen würde. Seine Läden sind eine Mischung aus Convenience Store, Amtsschalter, Geschenkeboutique und Nachbarschaftstreffpunkt. Lotto, Schlüsselservice, Post, Snacks, Zeitschriften, Schreibwaren, Lampen – vermutlich könnte man auch eine Waschmaschine bestellen, wenn man nett fragt. Im neuen Kranenburger Laden zum Beispiel gibt es alles außer Langeweile – auf 120 Quadratmetern und mit bester Sicht auf den dm und Rewe, damit auch wirklich jeder weiß, wo der Dampf hingeht.

Auch die anderen jüngsten Standorte – in Bedburg-Hau, Isselburg-Anholt oder dem alten Reuther-Laden in Kellen – folgen der gleichen Erfolgsformel: günstig gelegen, multifunktional ausgestattet, liebevoll renoviert und mit einem Serviceangebot, das manche Stadtverwaltung vor Neid erblassen lässt. Während andere Kommunen ihre Postfilialen verlieren, rettet Marks gleich mehrere – und packt noch eine Eis-Truhe dazu.

Man muss es ihm lassen: Ingo Marks hat ein Geschäftsmodell gefunden, das perfekt zwischen Konsum, Gesetz und Kundenbedürfnis funktioniert. Er denkt nicht in Ladenlokalen, sondern in Versorgungsnetzen. Wer künftig also irgendwo im Raum Kleve, Emmerich oder Isselburg einen „& More“-Laden betritt, könnte sich fragen: Gehört der auch zu Marks?

Die Antwort ist meist: ja.

Und falls nicht – nur Geduld. Ingo ist sicher „noch an einer Sache dran“.

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