Dienstag, August 11, 2026
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Rheinpegel bei Emmerich könnte Sonntag auf minus drei Zentimeter fallen

KREIS KLEVE./EMMERICH AM RHEIN. (Text & Foto: STADT-IO / STADT-IO/KI). Der Rheinpegel bei Emmerich nähert sich erneut einem historischen Tiefstand. Nach der aktuellen Abschätzung könnte der Wasserstand am kommenden Sonntag, 2. August 2026, in den frühen Morgenstunden auf minus drei Zentimeter sinken. Damit würde der bisherige Negativrekord aus dem Jahr 2022 voraussichtlich um zwei Zentimeter unterschritten.

Null Zentimeter bedeuten keinen trockenen Rhein

Ein Pegelstand von null Zentimetern bedeutet ausdrücklich nicht, dass der Rhein kein Wasser mehr führt oder das Flussbett trockenliegt. Der Pegel misst lediglich den Abstand der Wasseroberfläche zu einem festgelegten Bezugspunkt.

Dieser sogenannte Pegelnullpunkt liegt in Emmerich bei rund 8,00 Metern über Normalhöhennull, nach den aktuellen Pegeldaten exakt bei 7,998 Metern über NHN. Er wurde künstlich festgelegt und befindet sich deutlich oberhalb der eigentlichen Flusssohle.

Selbst bei einem angezeigten Pegelstand von null Zentimetern verbleiben in der Fahrrinne noch ungefähr zwei bis 2,20 Meter Wasser. Die genaue Tiefe kann abhängig von der Stelle, der Beschaffenheit des Flussbettes und laufenden Unterhaltungsmaßnahmen schwanken. Ein negativer Pegelstand bedeutet somit lediglich, dass die Wasseroberfläche unter den festgelegten Pegelnullpunkt gefallen ist – nicht unter den Grund des Rheins.

Schon 2018 außergewöhnlich niedriger Wasserstand

Bereits das Niedrigwasserjahr 2018 setzte in Emmerich neue Maßstäbe. Am 30. Oktober wurde damals ein Tagesmittelwert von sieben Zentimetern registriert. Zeitweise sank der Pegel sogar bis auf vier Zentimeter. Das galt zu diesem Zeitpunkt als außergewöhnlicher Tiefstand und machte erstmals einer breiten Öffentlichkeit deutlich, wie weit der Rhein am Niederrhein zurückgehen kann.

Für die Schifffahrt hatte das erhebliche Folgen. Frachtschiffe konnten nur noch mit geringerem Tiefgang fahren und mussten ihre Ladungsmengen deutlich reduzieren. Dadurch waren mehr Fahrten notwendig, Transporte wurden teurer und einzelne Verbindungen oder Fährangebote konnten nur eingeschränkt betrieben werden.

2022 erstmals ein negativer Pegelstand

Nur vier Jahre später wurde die damalige Tiefstmarke unterschritten. Am 18. August 2022 führte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung für Emmerich erstmals einen negativen Pegelstand: minus ein Zentimeter. Dieser Wert ist bis heute als niedrigster bekannter Wasserstand des Emmericher Pegels verzeichnet.

Damit war eine Marke erreicht, die zuvor kaum vorstellbar erschien. Auch damals war der Rhein keineswegs ausgetrocknet. Die Anzeige zeigte lediglich, dass die Wasseroberfläche einen Zentimeter unter dem amtlich festgelegten Nullpunkt lag.

2026 droht bereits der nächste Negativrekord

Nun, wiederum nur vier Jahre später, könnte der Rekord erneut fallen. Am Mittwoch, 29. Juli 2026, lag der Pegel um 13 Uhr noch bei elf Zentimetern. Für Donnerstag und Freitag wird ein weiterer deutlicher Rückgang erwartet. Am Samstag könnte die Nullmarke erreicht beziehungsweise unterschritten werden. Für die frühen Stunden des Sonntags weist die aktuelle Abschätzung schließlich Werte von bis zu minus drei Zentimetern aus. Im weiteren Tagesverlauf werden etwa minus zwei Zentimeter erwartet.

Die zeitliche Abfolge ist auffällig:

2018: außergewöhnliches Niedrigwasser mit zeitweise vier Zentimetern
2022: erstmals minus ein Zentimeter
2026: möglicherweise minus drei Zentimeter

Innerhalb von jeweils nur vier Jahren folgte damit auf das extreme Niedrigwasser von 2018 zunächst der erste negative Pegelstand und nun möglicherweise bereits ein neuer Negativrekord. Ein fester Vierjahresrhythmus lässt sich daraus zwar nicht ableiten. Die kurze Folge immer neuer Tiefstmarken zeigt jedoch, wie schnell zuvor außergewöhnliche Wasserstände erneut erreicht oder sogar unterschritten werden können.

Noch handelt es sich bei den Werten für Sonntag um eine Abschätzung. Niederschläge im Rheineinzugsgebiet, Zuflüsse und Veränderungen der Wetterlage können die tatsächliche Entwicklung beeinflussen. Sollte der Pegel jedoch tatsächlich auf minus drei Zentimeter fallen, wäre dies ein neuer historischer Tiefstand für die Messstelle Emmerich.

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