KLEVE. (Foto (Archivfoto) & Text: STADT-IO) | Vor rund zehn Jahren eröffnete am Spoyufer 3, direkt am Opschlagplatz im Spoy-Center, ein Gastronomie-Experiment, das in seiner Art schon damals Alleinstellungsmerkmal hatte: die „Suppen Schwärmerei“ von Christine Deckers. Ein „klassisch deutscher Imbiss“ – nur eben nicht mit Currywurst und Pommes, sondern mit täglich wechselnden, frisch gedachten Suppen. Motiviert geführt, freundlich eingerichtet, einladend im Auftritt. Und in einer Zeit, in der sich das Umfeld rund um Opschlag und Spoycenter gerade entwickeln sollte, war das Angebot tatsächlich eine Bereicherung.
Die Idee war unkompliziert und zugleich überraschend vielseitig: wöchentlich sechs wechselnde Suppenkreationen, vegetarisch oder mit Fleisch, klein oder groß – ab 4,30 Euro inklusive Brot, auf Wunsch auch „to go“. Dazu Kräuter nach Wahl, saisonal ergänzt durch Salate in den Sommermonaten, Desserts und kleine Extras. Namen wie „Hawaiianischer Hähnchentopf“, „Französische Linse“ oder „Gemüse Curry mit Kokosmilch“ machten aus dem Mittagessen eine kleine „Suppenweltreise“. Und das schönste Lob, das man in so einem Konzept hören kann, fiel damals tatsächlich: „Es war reichlich und propper.“
Umso bemerkenswerter: Kaum ein Jahr nach der Eröffnung war bereits wieder Schluss gewesen sein (18. März 2016). Nicht wegen fehlender Idee, nicht wegen fehlender Qualität – eher als Beispiel dafür, wie schwer es selbst gut gemachten, kleinen Gastro-Objekten in solchen Lagen fallen kann, dauerhaft Frequenz aufzubauen.


Heute wirkt diese Erinnerung fast wie ein Kontrastbild zur aktuellen Debatte rund um „Dönerbuden“ und die Frage, was Innenstädte gastronomisch prägt. Denn die eigentliche Frage bleibt: Würden Kundinnen und Kunden bewusst zu so einem Angebot kommen – regelmäßig, verlässlich, tragend? Oder würde ein solches Konzept am Ende wieder leise verschwinden, um danach vor allem „pseudo-vermisst“ zu werden?
Gerade mit Blick auf das Umfeld bekommt der Rückblick eine zweite Ebene: Das Spoycenter liegt aktuell wieder brach, der Opschlagplatz wirkt vielerorts nur selten wirklich ausgelastet. Die „Suppen Schwärmerei“ steht damit rückblickend auch für eine Phase, in der man spürte: Hier könnte etwas entstehen – und für einen Moment tat es das auch. Nur eben zu kurz.




