Kommentar von Sebastian Wessels (Stadt-IO)
KREIS KLEVE. Was mich an der aktuellen Kommunikation der Wirtschaftsförderung im Kreis Kleve (und ihrem eng verzahnten Netzwerk) zunehmend stört, ist nicht ein einzelner Facebook-Post – sondern das Muster dahinter: Es wirkt, als würde sehr viel Arbeitszeit (und damit öffentlich oder halböffentlich finanzierte Ressourcen) in eine Kommunikation fließen, die vor allem eines leistet: die eigene Daseinsberechtigung im Kreis der immer gleichen Institutionen gegenseitig zu bestätigen.
Bildstarke Regionalinfos, freundlich formuliert, aber ohne echten Zusatznutzen – und am Ende reagieren vor allem die üblichen Verdächtigen aus dem eng verbundenen Netzwerk. Das ist dann weniger „Reichweite“ als ein internes Abklatschen: Man belegt sich gegenseitig Relevanz, man hält den Takt, man zeigt Aktivität. Nur: Aktivität ist noch kein gesellschaftlicher Wert.
So entsteht der Eindruck eines geschlossenen Systems, das sich aus sich selbst heraus legitimiert. Ein Kreis, der nach innen stabil wirkt – nach außen aber zunehmend wenig liefert, was Menschen und Unternehmen wirklich spüren. Und genau deshalb wird die Frage lauter, ob die behaupteten „Erfolge“ tatsächlich belastbar sind oder eher aus wohlklingenden Formulierungen, Einzelfällen und Routine-Reporting bestehen: viel Output, schwer messbarer Outcome.
Wirtschaftsförderung und Standortakteure sollten nicht daran gemessen werden, wie oft sie senden – sondern ob sich vor Ort etwas verbessert: spürbar, nachvollziehbar, belegbar. Wenn das nicht klar erkennbar ist, bleibt am Ende der Verdacht: Hier wird vor allem Zeit investiert, um den Kreislauf am Laufen zu halten.




