KLEVE. Vor zwei Jahren, am 7. November 2019 trafen sich neun engagierte BürgerInnen in Wardhausen und gründeten den Arbeitskreis Stadt . Land . Fluss … Schluss?. Gemeinsames Ziel war der Erhalt der denkmalgeschützten Schleuse in Brienen, dessen ersatzloser Abriss geplant ist. Im selben Monat wurde der Förderverein mit gleichem Namen vorbereitet. Am 16. Januar 2020 wurde im Bootshaus der Klever Segelgemeinschaft e.V. (KSG) gegründet. Seit dem arbeiten die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins und verschiedene Kooperationspartner umtriebig an zahlreichen Projekten und Konzepten. Dabei steht an erster Stelle, die Stadt Kleve bei ihren Bemühungen für die Schleusen in Brienen und die Wiederherstellung einer schiffbaren Ertüchtigung der Schifffahrtsstraße Rhein-Kleve zu unterstützen und Maßnahmen zu fördern.

Die Stimmung war aufgeheizt durch die OpenPetition „Rettet die Schleuse“, die der Kranenburger Ralf Borgmann im September 2019 eingerichtet hatte. Mit diesem Instrument sollte per Unterschriftensammlung der Unmut der Bürgerschaft über die Pläne der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung zum Abriss der denkmalgeschützten Schleuse in Brienen zum Ausdruck gebracht werden. Der schwelte bereits seit vielen Jahren zuvor und reichte bis in die Zeit zurück, in der Theodor Brauer noch Bürgermeister der Stadt Kleve war. Schon damals gab es verschiedene Initiativen und eine Petition, die sich gegen die Schließungs- und Abrisspläne des historischen Wasserbauwerks richteten. Die Petition des Kranenburgers brachte wieder neuen Wind in das bürgerschaftliche Engagement. Helmuth Plecker aus Kleve sah in einem Arbeitskreis eine Fortsetzung und Ergänzung des bisherigen Engagements und lud zu einem ersten Arbeitstreffen nach Wardhausen ein.

Peter Ringsgwandl, der sich schon in früheren Zeiten engagiert hatte, selbst beruflich im Boots- und Schiffsbau verwurzelt und somit viele Kontakte zu Gleichgesinnten pflegte, was den Wunsch des Erhalts einer Befahrbarkeit des Spoykanals mit Booten und Yachten angeht, regte die Gründung eines Vereins an und konnte Helmuth Plecker überzeugen, eine Satzung mit ihm auszuarbeiten um dann das Engagement in einer echten Körperschaft organisieren zu können. Während die sehr komplexe Vereinssatzung entworfen wurde, löste sich eine Gruppe der Aktiven aus dem Arbeitskreis heraus und gründeten in Uedem den Schleusen Verein Brienen e.V. (SVB), der sich dem Denkmalschutz und der Heimatpflege mit Fokus auf das Schleusendenkmal verschrieb. Zu groß waren die Gräben zu einigen Engagierten des Arbeitskreises. Wie kürzlich veröffentlicht wurde, basieren diese Gräben vorwiegend auf Ressentiments des SVB gegenüber Stadt . Land . Fluss … Schluss?

Nach einer steuerrechtlichen Prüfung des Satzungsentwurfs durch die Finanzverwaltung NRW, die mit einer Unbedenklichkeitsbescheinigung abschloss, wurde der Grundstein für die Gründung von Stadt . Land . Fluss … Schluss? e.V. – Förderverein zum Erhalt der Schleuse in Brienen und der Wasseranbindung an den Rhein gelegt. Nach den Weihnachtsferien wurde am 16. Januar 2020 gegründet.

Seitdem engagierten sich die Mitglieder des Vereins umtriebig für das, was in der Satzung als Vereinszwecke beschlossen und notariell beglaubigt ins Vereinsregister des Amtsgericht Kleve eingetragen wurde.

Zum einen haben sich die ehrenamtlich Aktiven die Förderung und den Erhalt und die Erhöhung der infrastrukturellen Leistungsfähigkeit in Hinsicht der touristischen und pädagogischen bzw. schulischen Nutzung des Griethauser Altrheins, der denkmalgeschützten Schleuse in Brienen und des Spoykanals Kleve und die ideelle und materielle Förderung und Pflege des denkmalgeschützten Schleusenbauwerks in die Statuten geschrieben.

Auch die ideelle und finanzielle Förderung kultureller Veranstaltungen, die von steuerbegünstigten Einrichtungen bzw. Trägern kultureller Veranstaltungen auf dem Griethauser Altrhein, dem Spoykanal sowie der denkmalgeschützten Schleuse durchgeführt werden, gehört zu den Zwecken von Stadt . Land . Fluss … Schluss?.

Aufgaben, die viel Fantasie, Kreativität, Weitsicht und Engagement von den Mitgliedern einfordern. Der Verein meistert diese Aufgaben inzwischen Hand in Hand mit zahlreichen Partnern Zu ihnen gehören diverse Kreis Klever Unternehmen und Vereine und die Hochschule Rhein-Waal. Die Stadt Kleve sieht dieses Engagement sehr positiv und steht inzwischen mit dem Vorstand des Fördervereins im Dialog. Auch Kleves Alt-Bürgermeister Theodor Brauer, der sich schon während seiner Amtszeit sehr beherzt um den Erhalt der Schleuse Brienen bemüht hatte, brachte inzwischen seinen „Respekt und höchste Anerkennung für die bereichernde flankierende Begleitung zum Erhalt der Schleuse und den damit verbundenen Optionen“ gegenüber dem Vorsitzenden des Fördervereins zum Ausdruck und bewertet damit den Einsatz der Klever Vereinigung ganz anders als der Vorsitzende der Uedemer Körperschaft Helmut Heckmann.

Aus dem umfangreichen Engagement des Vereins und dessen Partner entstehen viele Projekte und Aktivitäten, aber auch Studien und Visionen. Um zu verhindern, dass sich daraus später ein unübersichtlicher Flickenteppich entwickelt, wurde von den Förderern die Marke „Spoyland – Wo Heimat und Fantasie fließen“ kreiert. Unter ihr soll ein namentlich einheitlich erkennbares Netzwerk aus interdisziplinären und miteinander vernetzten Lösungen entstehen, die die Ziele des Vereins und der Stadt Kleve entlang der Wasserstraße fördern. Aktuell wirbt der Vereinsvorstand bei Verwaltung und Politik dafür, in einem gemeinschaftlichen Arbeitsprozess einen Masterplan zu entwickeln, der als Zukunfts-Fahrplan für die nächsten Jahre dienen könnte. Als erstes Diskussions-Papier wurde der Stadt ein Steggreif-Entwurf vorgelegt, der bereits erste Ansätze darstellt, aus denen sich unter anderem Synergien herleiten lassen, die für das Gesamtfinanzierungskonzept zuträglich sein sollte.

Für die Kleinen unserer Gesellschaft gibt es die Untermarke „Spoyland-Piraten“. Eine namentliche Widmung des neuen Spielplatzes am Klever Opschlag regten die Engagierten bei der Stadt Kleve an. Der politische Ausschuss folgte dieser Anregung einstimmig und beschloss, dass der Spielplatz fortan den Namen „Die Klever Uferburg – für kleine Spoyland-Piraten“ trägt. Dieser fantasievolle Name entstand auch in einem kreativen Prozess des Fördervereins. Zudem ist ein Kinderbuch aktuell in Arbeit und wird schon bald die Lesenden durch Abenteuer der Spoyland-Piraten in den Bann ziehen.

Durch die Corona-Pandemie mussten die Vereinsmitglieder allerdings auch in Kauf nehmen, dass einige ehrgeizige Projekte zunächst auf Eis gelegt werden mussten.

Nach zwei Jahren kann Stadt . Land . Fluss … Schluss? schon stolz zurückblicken auf tolle Ergebnisse seiner Arbeit. Zugleich blicken die Vereinsmitglieder positiv und engagiert weiter nach vorn.

Wer das Engagement des Vereins Stadt . Land . Fluss … Schluss? mit seinem Wissen, seinen Fähigkeiten und seiner Zeit unterstützen möchte, der findet auf der Internetseite des Vereins www.spoyland-kleve.de die Kontaktdaten sowie das Mitgliedsformular zum Download. Per E-Mail ist der Verein erreichbar unter StadtLandFlussSchluss@outlook.de; per WhatsApp unter 0176-35575664.