Foto: Stadt . Land . Fluss … Schluss? e.V. Förderverein zum Erhalt der Schleuse in Brienen und der Wasseranbindung an dem Rhein

KLEVE. In der Geschichte Cleves war das Jahr 1809 kein gutes: Schwere Überschwemmungen und Eisgang ließen im Januar die Cleverhammschen und Duyffeltschen Deiche brechen. Brienen wurde zerstört und Johanna-Sebus kam am in den Wassermassen bei ihren Versuchen, das Leben von Menschen zu retten, selbst ums Leben. Auch die für die damalige Schifffahrt bedeutsame Kammerschleuse an der Spoy wurde gänzlich zerstört. Zum Gedenken an Johanna-Sebus erhielt Johann-Wolfgang von Goethe den Auftrag, eine Ballade zu schreiben; im Jahr 1811 wurde das bis heute beliebte Denkmal für die junge Frau fertiggestellt. Die Schleuse wurde eher mangelhaft als Durchlassbauwerk wieder aufgebaut.

Die Bedeutung des Spoykanals für die Schifffahrt und den Handel ward seitdem nicht mehr gegeben. Deshalb regte man im Jahr 1836 zum Wohl der Stadt Cleve die Wiederbeschiffbarmachung des Spoykanals an. Ein Sachverständiger erstellte damals einen Plan und einen Kostenanschlag u.a. für eine neue Schleuse. Diese Dokumente wurden im Jahr 1840 dem Stadtrat vorgelegt. Auch eine „Übersicht und Berechnung des Nutzens“, wie man es damals nannte, wurde den Stadtverordneten vom Bürgermeister unterbreitet. Nach dem Beschluss des Plenums wurden alle Dokumente der Königlichen Regierung in Düsseldorf vorgelegt. Der weitere Verlauf der Verhandlungen zeigte bald, dass eine Umsetzung des Planes in Aussicht stehe und eine neue Kammerschleuse gebaut werden könne. Mit einer Kabinets-Order vom 3. März 1843 genehmigte der König die Herstellung der Schiffbarkeit des Spoykanals und des alten Rheinarms bis hin zur Mündung in den Rhein sowie den Neubau einer Spoy-Schleuse bei Brienen und die Finanzierung bewilligt. Die betreffende amtliche Bekanntmachung schloss mit den Worten: „Diese Anlage „wird hoffentlich der Stadt Cleve Antrieb und Mittel bieten…“. Es sollte eine Anlage schon im Jahre 1845 fertiggestellt werden, die für Cleve von größter Wichtigkeit sein solle und in den Folgen eine Lebensfrage genannt werden könne. Schon damals waren die erwünschten Erfolge dieses Vorhabens keineswegs gesichert; sie wurden auf eine Wahrscheinlichkeits-Berechnung gegründet, hing also mehr oder weniger von Zufälligkeiten ab. Heute, 170 Jahre rückblickend, hinterlässt dieses Kapitel der Geschichte eine Vielzahl von Erfolgen für Kleve.

Dieses Kapitel aus der Klever Geschichte, das Gustav von Velsen im Jahr 1846 in seinem „Geleitbuch für Einheimische und für Fremde“ mit dem Titel „Die Stadt Cleve, ihre nächste und entferntere Umgegend, vormals und jetzt“ niederschrieb, begann mit einem schrecklichen Unheil, einer Katastrophe. Die weitere Geschichte, die die Zeit schrieb endete mit einem für Kleve über 170 Jahre andauernden Erfolg. Bis zum Jahr 2015, als die heutige Schleuse für die Schifffahrt endgültig geschlossen wurde. Schreiben wir die Geschichte also ab diesem Zeitpunkt weiter. Beginnend – wieder, wie früher – mit der Feststellung, dass der Spoykanal für die Schifffahrt unbedeutend wurde und die Schleuse nur noch dem Durchlass für das Wasser des Spoykanals in den Altrhein dient. Schreiben wir die Geschichte weiter, so wie früher. Mit Pioniergeist, Kreativität und den Blick für die Wertschöpfung, die eine neue Schleuse gleich neben einen Teil des alten Schleusenmonuments für Kleve bringen kann. Dafür sind die

Mitglieder des Schleusen- und Spoykanal-Fördervereins Stadt . Land . Fluss … Schluss? e.V. vor zwei Jahren zunächst mit der Gründung eines Arbeitskreises, der in einen gemeinnützigen Verein mündete, angetreten. Schreiben wir gemeinsam mit vielen anderen Engagierten die Geschichte der Stadt Kleve weiter, damit das, was in Brienen und entlang des Spoykanals, im Spoyland, entstehen kann, für Kleve auch wieder von größter Wichtigkeit und in dessen Folge eine Lebensfrage genannt werden kann – für 170 Jahre und mehr?!

Mit diesen Worten bedanken sich die Mitglieder und der Vorstand des Klever Fördervereins Stadt . Land . Fluss … Schluss? e.V. bei allen Förderern, Sponsoren, Spendern, Multiplikatoren und Verpartnerten von ganzem Herzen für die wertvolle Unterstützung; verbunden mit dem Wunsch nicht nur für alle Engagierten, denen die Zukunft unserer Stadt und unserer Region am Herzen liegt, ein besinnliches Weihnachtsfest und ein friedvolles, optimistisch ausgerichtetes neues Jahr zu erleben und allen vor alledem Gesundheit zu genießen und allen Erkrankten eine schnelle Genesung zu erfahren.